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Motorradtour über die Pässe der Alpen

Reisen ist schön - wir zeigen es! Uns zieht es diesmal in die Berge. Da die Alpen ja bekanntlich das größte Gebirge in Europa sind, möchten wir einmal mit dem Motorrad über die Pässe düsen. Das wird interessant, denn wir freuen uns auf die abwechslungsreiche Landschaft: Berge, Wälder, Wasserfälle, wilde Bäche, bunte Bergwiesen, tiefe Schluchten, Kurven, Pässe und Täler.

Col Du Galibier

Nach langer Planung ist unser Motorrad bis auf den letzten Zentimeter bepackt. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen. Die erste Nacht verbringen wir in der Schweiz. In Bern finden wir einen schönen Campingplatz. Der Stellplatz gefällt uns und das Zelt ist schnell aufgebaut.

Unser Motorrad

Nach unserem kleinen Frühstück fahren wir weiter. Bis wir unser Ziel erreichen, werden wir noch einige Pausen brauchen. In Montreux halten wir an einem schönen Rastplatz an. Hier haben wir einen großartigen Panoramablick auf den Genfer See. Da kommt Urlaubsfeeling auf.

Genfer See

Unser Mittagessen nehmen wir in Italien zu uns. Ein kleiner Rastplatz mit Blick auf die Berge. Langsam wird es dunkel und wir brauchen noch einen Schlafplatz. Aber da mache ich mir jetzt keinen Stress, denn es gibt hier wirklich viele Campingplätze. In Demonte zelten wir sehr günstig. Wir müssen gerade mal 10 Euro für die Nacht bezahlen - perfekt! Es ist nicht viel los und ein Restaurant gehört auch dazu. Da brauchen wir heute nicht lange zu suchen, wir essen hier.

Jetzt geht's richtig los

Col de la Lombarde

Heute fahren wir über unseren ersten Alpenpass, den “Col de la Lombarde”. Wir cruisen gemütlich den ca. 44 km langen, kurvigen Grenzpass zwischen Frankreich und Italien hinauf. Oha, heizen kann und sollte man hier nicht! Die Passstraße ist doch recht eng und sehr kurvenreich. Gleich neben uns ist der Abgrund!!! Jetzt muss ich Ramon vertrauen, dass er nicht Bremse mit Gas vertauscht. Also, mit dem Auto wollte ich da nicht hochfahren. Auf der Passhöhe angekommen, genießen wir in 2350 m die fantastische Aussicht.

Saint-Étienne-de-Tinée

In der Bergstadt Saint-Étienne-de-Tinée, 1140 m über dem Meeresspiegel, gibt es eine kleine Stärkung im Restaurant. Wir essen nicht alleine. Mit vollem Magen fahren wir die “Rue de bonetta” weiter und es macht uns spaß, die Landschaft dabei zu entdecken. Hin und wieder kommen wir an schönen Wasserfällen vorbei. Die Natur ist unglaublich schön.

Col de la Bonette

Es geht kurvig hoch, höher, noch höher. Unsere Ohren gehen zu, wir fahren ja auch gerade mit unserem Motorrad, die höchste Straße Europas entlang. Unglaublich, wie viele Radrennfahrer hier hochfahren. Da ist sehr gute Kondition erforderlich. Hut ab, ich könnte keine 500 Meter mit dem Rad bergauf fahren. Irgendwie fühlt es sich an, als wenn wir uns gerade mitten in der Tour de France befinden. Nach unzählbaren Kurven und Radrennfahrer erreichen wir die Passhöhe (2715 m) des "Col de la Bonette". Die an der Passhöhe des "Col de la Bonette" beginnende 2 km lange Ringstraße, um den Berggipfel „Cime de la Bonette“, führt uns weiter hoch auf 2802 m. An der Spitze machen wir noch schnell ein Erinnerungsfoto vom bekannten Hinkelstein. So wie das hier aussieht, macht das jeder. Die Aussicht auf die Alpen ist traumhaft schön. Irgendwie kann man sich nicht satt sehen - die Berge und die Wolken, wie sie sich berühren. Auch das Farbenspiel der Natur.

Fluss "Ubaye"

Langsam wird es wieder Zeit, für die Suche nach einem geeigneten Schlafplatz. Während unserer Tour kommen wir an diesem schönen Platz vorbei. Er ist ideal für eine kleine Pause. Der Fluss “Ubaye” hat eine schöne türkisfarbene Farbe und stellenweise ein turbulenter Strom. Das wäre ja auch ein super Ort zum Zelten, aber lieber auf einem Campingplatz.

Fluss Ubaye

Ach, haben wir Glück, nur ein paar Meter weiter gibt es einen Zeltplatz, direkt am Fluss. Im Ort holen wir noch schnell was zu Essen. Und wo werden wir zu Abend essen? Klar, ein Picknick am Fluss und der Campingplatz-Hund “Rex” begleitet uns sogar. Die Füße im kalten, klaren Wasser, die Sonne scheint und der Himmel so mega blau, wo kann man denn besser zu Abend essen?

Colle Fauniera

Der nächste Pass wartet schon auf uns. Auch hier schlängeln wir uns Kurve für Kurve höher. Die asphaltierte Passstraße ist streckenweise sehr eng. Nun stehen wir mit unserem Motorrad in 2481 m Höhe und lassen unseren Blick in die unendliche Weite schweifen. Auf der Passhöhe steht sogar ein Denkmal für den 2004 verstorbenen italienischen Radrennfahrer “Marco Pantani”, in Form einer Steinskulptur, die Pantani auf seinem Rad darstellt. Jeder Radrennfahrer, knipst davor noch schnell ein Erinnerungsfoto von sich.

Colle dell`Agnello

Auf unserem Programm steht noch der Alpenpass “Colle Dell´Agnello”. Es ist eine grenzüberschreitende Passstraße der Alpen. Wir fahren die schmale Bergstraße hinauf bis zur Passhöhe. Nun stehen wir in 2744 m Höhe zwischen Italien und Frankreich. Auch hier haben wir eine tolle Aussicht auf die darum liegenden Alpen.

Colle Dell´Agnello

Col d`Izoard - La Casse Déserte

Der “Col d´Izoard” beginnt mit einer serpentinenreichen Strecke. Eine Kurve nach der andern. Teilweise geht es direkt neben uns steil bergab. Das Besondere auf einmal hier ist, die Landschaft verändert sich total. Wir haben gar nicht mehr das Gefühl, dass wir hier in den Alpen sind. Es sieht hier plötzlich aus wie in einer Wüste. In einer kleinen Haltebucht stoppen wir und müssen uns das alles mal genauer anschauen, oder besser gesagt, dass Ganze mal auf uns wirken lassen. Auf einmal stehen wir mitten in einer Wüstenlandschaft (Casse Déserte). Irgendwie erinnert es uns auch an eine Mondlandschaft. Die Natur und ihr Farbenspiel sind mal wieder unglaublich schön. Wir erreichen die Höhenmarkierung. In 2360 m ist die Aussicht auf die umliegenden Berge wieder fantastisch.

Col du Galibier

Auf unserer Route überqueren wir auch den französischen Gebirgspass "Col du Galibier". Je höher wir kommen, desto weiter unsere Aussicht. Die unzählbaren Kurven sind wir ja jetzt schon gewohnt. In 2642 m haben wir wieder eine schöne Aussicht auf die Berge mit ihren kleinen weißen Schneefeldern auf den Spitzen.

Oh, ich entdecke gerade, dass es hier noch einen weiteren Aussichtspunkt gibt! Oberhalb der Straße befindet sich noch eine Infotafel mit 360-Grad-Panoramablick. Da muss ich aber zu Fuß hoch. Joa, man merkt ganz deutlich die 2642 m. Die Höhenluft erschwert mir den kurzen Aufstieg zur Orientierungstafel. Mit jedem Schritt bergauf, spüre ich meinen Herzschlag. Ich muss Pause machen, bin kurz davor aufzugeben. Nein!!! Ich gehe im Schneckentempo weiter und fühle mich, als wäre ich schon über 80. Oben angekommen, bin ich froh, dass ich durchgehalten habe. Die Aussicht ist mega schön, ich lasse meinen Blick über die französischen Alpen schweifen. Da das Wetter heute gut ist, kann ich sogar bis zum Mont Blanc sehen.

Valloire

Kurvig düsen wir bergab und erreichen das französische Dorf “Valloire”. Hier findet gerade ein Skulptur Wettbewerb statt. Zeitlich passt es und schauen uns die riesigen Skulpturen aus Stroh und Heu an. Das sind ja richtig großartige Werke. So etwas haben wir auch noch nicht gesehen.

Col de L´Iseran

Heute fahren wir den höchsten überfahrbaren Gebirgspass der Alpen, den "Col de L'Iseran". Schon die Auffahrt ist wieder faszinierend. Oh, der Abgrund ist nur wenige Zentimeter neben uns!!! Hier kann man sich die Frage stellen, ob nun Frühling oder Winter ist, denn wir fahren an saftigen grünen Wiesen und einigen Schafherden vorbei, aber am Horizont sehen wir die schneebedeckten Gipfeln. Auf der Passhöhe kaufen wir im Souvenirshop eine Cola und genießen diese mit einem weiteren unvergesslichen Ausblick. Es wurde sogar eine kleine Kirche hier oben gebaut. Ein Erinnerungsfoto am Passschild ist ein “Muss”.

Col du Petit Saint Bernard

Auf der 2.188 Meter hohen Passhöhe des Passes “Kleiner Sankt Bernhard” verläuft die Landesgrenze zwischen Italien und Frankreich. Deshalb hat er auch in beiden Landessprachen seine eigene Bezeichnung: Colle del Piccolo San Bernardo und Col du Petit Saint Bernard.

Day off - Am Fuße der Grandes Jorasses

Nach soooo vielen Pässen und Kurven, entscheiden wir uns für einen Tag “Day off”. Tut auch mal unserem Hintern gut - grins. Da kann jeder Biker mitfühlen. Wir landen auf dem Campingplatz “Grandes Jorasses”, in der Nähe von Courmayeur, wo sich die Seilbahnstation zum “Punta Helbronner” befindet. Und somit steht auch schon unser nächstes Ausflugsziel für morgen fest. Unser Zelt ist schnell aufgebaut. Wir befinden uns gerade in einem Alpenparadies am Fuße der Grandes Jorasses, eine Berggruppe. Vom Campingplatz aus haben wir einen schönen Ausblick auf den Mont Blanc, den höchsten Gipfel der Alpen.

Sky Way Monte Bianco

Wie praktisch, direkt vor dem Campingplatz befindet sich die Bushaltestelle, die zur Mont-Blanc-Seilbahn führt. Die Tickets sind schnell gekauft und wir steigen in die große Kabine ein. Wow, hier passen 31 Leute rein. Das besondere an der Fahrt ist, dass sich die Gondel während der Fahrt um 360° dreht und somit haben wir einen kompletten Rundumblick in die Bergwelt. Nach ca. 4 Minuten erreichen wir die Mittelstation und müssen umsteigen. Nach ca. weiteren 5 Minuten Fahrt erreichen wir die Hellbronner Spitze (3466 m).

Auf der runden Terrasse haben wir einen mega Panoramablick auf den Mont Blanc und die Alpenregion. Wow, der 360° Ausblick auf die höchsten Viertausender der Alpen ist gewaltig. Irgendwie ist es ein cooles Gefühl, der Mont Blanc gilt als höchster Berg Europas und wir stehen direkt davor.

Comer See

Eigentlich wollten wir direkt unten am Comer See auf einem der vielen Campingplätze unser Zelt aufbauen. Aber zum Glück haben wir einen Geheimtipp bekommen. In Domaso soll es einen Campingplatz mitten in den Weinbergen geben, mit Blick auf den Comer See! Und jaaaaaa, wir haben großes Glück, es sind noch Plätze frei. Das Zelt steht und die Lage in den Weinbergen mit Seeblick ist herrlich. Wir haben Hunger und der Campingplatzbesitzer sagt uns, dass wir das Zentrum in ca. 15 Minuten zu Fuß erreichen. Der Fußweg ist schon ein bisschen holprig. Im Zentrum finden wir ein Lokal direkt am See. Hier lassen wir es uns schmecken. Nach dem Essen erreichen wir gut durchgeschwitzt unseren Zeltplatz. Gemütlich bei einem Glas (mehrere) Limoncello, lassen wir den Abend ausklingen. Die Aussicht am Abend ist unglaublich schön.

Splügenpass

Von Italien aus, fahren wir weiter über den 2114 m hohen Splügenpass in die Schweiz. Das Wetter ist heute nicht so gut. Auf dem Motorrad ist es frisch. Oben an der Schweizer Grenze gibt es erstmal ein leckeres Mittagessen im Hotel Vittoria - Ca 'De La Montagna. Hier wärmen wir uns auch gleich ein bisschen auf. Ein gemütliches Restaurant mit Kamin.

Splügenpass

Liechtenstein - Vaduz

Auf unserem Heimweg fahren wir noch durch Liechtenstein. In Vaduz, der Hauptstadt von Liechtenstein, thront oben das Schloss. Vom Schloss aus, genießen wir den Fernblick über Vaduz.

Österreich - Feldkirch

Da Liechtenstein ein sehr kleines Land ist, erreichen wir heute auch noch Feldkirch in Österreich. Schnell finden wir einen geeigneten Schlafplatz. Ein Gasthaus mit Zimmervermietung. Nachdem wir wieder Stunden auf dem Motorrad verbracht haben, wird es Zeit sich die Beine mal zu vertreten. Praktisch die Altstadt von Feldkirch erreichen wir gut zu Fuß. Die Altstadt gefällt uns.

Feldkirch

Bodensee - Lindau

Zum Abschluss unserer Alpentour, gönnen wir uns ein letztes Frühstück in Lindau am Bodensee. Prima, es ist noch ein Platz frei, direkt am Wasser. Gibt es einen besseren Platz zum Frühstücken? Wir sitzen am Hafen und genießen den Blick auf den See und die Berge.

Bodensee Lindau

 

The End

 

Feel the world - Look around

 

Tanja & Ramon


Hier ⬇︎ findest du noch weiter Touren, die wir mit dem Motorrad unternommen haben.

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Kommentare: 10
  • #1

    Mamomi (Sonntag, 08 November 2020 15:37)

    �, schöne Bilder �

  • #2

    Travelday (Sonntag, 08 November 2020 15:55)

    @Mamomi
    Dankeschön :-)

  • #3

    Kirsten Kohrt (Sonntag, 08 November 2020 15:59)

    Echt schöne Fotos und auch die Beschreibungen machen Laune.
    Herzensgrüße aus dem Kikoversum.

  • #4

    Travelday (Sonntag, 08 November 2020 17:28)

    @Kirsten Kohrt
    Dankeschön und herzliche Grüße zurück :-)

  • #5

    Estelle Amare (Sonntag, 08 November 2020 18:05)

    WOW! Tolle Tour, sehr beeindruckend. Danke für die super Bilder und den tollen Reisebericht. ���

  • #6

    petra schording (Dienstag, 10 November 2020 18:20)

    hallo, habe von Ramon die internetseite
    es sind wirklich sehr schöne eindrücke und einige touren werde ich mit meinem partner bestimmt auch mal machen
    toll viele grüsse kollegin von ramon
    Petra

  • #7

    Travelday (Dienstag, 10 November 2020 19:22)

    @Estelle Amare
    Gerne, vielleicht ist ja das eine oder andere für euch interessant.
    LG Tanja

  • #8

    Travelday (Dienstag, 10 November 2020 19:29)

    @Petra Schording
    Danke :-)
    Freut uns, dass dir der Reisebericht gefällt. Können wir echt empfehlen einmal über die Alpenpässe zu düsen.
    LG Tanja & Ramon

  • #9

    Kirsten Kohrt (Sonntag, 15 November 2020)

    Auch wenn wir meist mit dem Auto und mit unserem Hund unterwegs waren, so bekomme ich doch jetzt glatt etwas Fernweh... Danke und Herzensgrüße. KiKo

  • #10

    Travelday (Sonntag, 15 November 2020 18:42)

    @Kirsten Kohrt
    Dann wird es mal wieder Zeit unterwegs zu sein :-)
    LG Tanja